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Die Kaiser-Lothar-Linde in Königslutter

Die Sassenberger Lotharlinde ist benannt nach Lothar von Süpplingenburg, der als Herzog von Sachsen im Jahre 1121 das Münsterland besetzte und zur Absicherung seiner Eroberung an dieser Stelle eine Motte, den "Sassenberg", errichtete. Die Lotharlinde wurde in Anlehnung an eine andere Linde gepflanzt. Sie ist eine Anspielung auf die berühmte "tausendjährige" Kaiser-Lothar-Linde in Königslutter. Das wahre Alter dieser Touristenattraktion lässt sich wissenschaftlich nicht präzise bestimmen, aber Experten schätzen es immerhin auf ca. 900 Jahre und halten durchaus für möglich, was Lokalhistoriker behaupten, nämlich dass die Anpflanzung der Linde von Kaiser Lothar persönlich im Jahre 1135 in Auftrag gegeben worden sei.

Heute ist sie ein weithin bekanntes Naturdenkmal, steht seit dem Jahre 1956 unter Denkmalschutz und ist eine der dicksten Linden im Lande Niedersachsen. Ihre Maße lassen erstaunen: Sie erreicht eine Höhe von 23 Metern, der Stammumfang beträgt 12,50 Meter, der Durchmesser der Krone bringt es auf 26 Meter. Nach einer baumchirurgischen Behandlung im Jahre 1975 wurde der Stamm ausgemauert, die Öffnungen des beträchtlichen Hohlraumes sind durch Gitter versperrt, der unterste fast waagerecht vom Stamm abgehende gewaltige Ast wurde, um ein Abbrechen zu verhindern, in anderthalb Metern Höhe abgestützt, mehrere Drahtseile geben dem Baum insgesamt Halt. Die Linde ist noch sehr vital, im Sommer beeindruckt sie durch ihre volle Blätterkrone. Allerdings wächst sie schon seit Jahrzehnten nicht mehr in die Höhe, sondern nur noch in die Breite. Sie steht in Sichtweite des berühmten Kaiserdomes in Königslutter.

Nachdem Lothar 1125 zum deutschen König gewählt und 1133 in Rom zum römischen Kaiser gekrönt worden war, suchte er für sich, seine Frau Richenza und seine Nachfahren eine seinem Rang entsprechende Familiengruft. Er entschied sich, das Kanonissenstift bei Lutter in ein Benediktinerkloster umzuwandeln und,wie die salischen Könige in Speyer, einen prächtigen Dom als Grablege seines Geschlechtes zu erbauen. Die Grundsteinlegung fand im Jahre 1135 statt. Bei dieser Gelegenheit soll die Linde angepflanzt worden sein. Kaiser Lothar starb Ende des Jahres 1137 auf der Rückreise von einem Feldzug nach Süditalien in Breitenwang in Tirol, seine Gebeine wurden in der Silvesternacht mitten in der noch im Bau befindlichen Klosterkirche in einem großen Staatsakt feierlich beigesetzt. Das nahe Dorf Lutter wurde später in Königslutter umbenannt.

Kaiser-Lothar-Linde